{"id":2230,"date":"2021-05-20T16:36:22","date_gmt":"2021-05-20T14:36:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lauterbacher-musikschule.de\/?p=2230"},"modified":"2021-05-20T16:37:11","modified_gmt":"2021-05-20T14:37:11","slug":"verlorene-jahrgaenge-durch-verpasste-zeitfenster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lauterbacher-musikschule.de\/?p=2230","title":{"rendered":"Verlorene Jahrg\u00e4nge durch verpasste Zeitfenster"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit der \u00f6ffentlichen Musikschulen<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Bonn, 20. Mai 2021.<\/strong>&nbsp;Welche Folgen der Corona-Pandemie sind f\u00fcr die Arbeit der Musikschulen sichtbar und zu erwarten? Hierzu hat der Verband deutscher Musikschulen (VdM) im Fr\u00fchjahr 2021 seine Mitglieder befragt.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch fr\u00fchzeitig mit den \u00f6rtlichen Beh\u00f6rden abgestimmte Hygienekonzepte konnten ann\u00e4hernd alle \u00f6ffentlichen Musikschulen einen gro\u00dfen Teil des Unterrichts sicher gestalten und Pr\u00e4senzunterricht erm\u00f6glichen. Aufgrund der angeordneten lange andauernden Schlie\u00dfungen vermelden jedoch fast 30 Prozent der Musikschulen Abmeldungen von Sch\u00fclern, andere rechnen damit in der Zukunft. Durch kontinuierlichen Online-Unterricht konnten Sch\u00fclerzahlen aber auch vielfach aufrechterhalten und mancherorts sogar gesteigert werden. 68 Prozent der Musikschulen beobachten einen R\u00fcckgang der Neuanmeldungen besonders im Bereich der Elementaren Musikp\u00e4dagogik oder des Gruppenunterrichts, wo der Einstieg per Online-Unterricht nicht praktikabel und attraktiv genug ist oder keine Werbem\u00f6glichkeiten bestehen. Hinzu sind meist erschwerte Zug\u00e4nge f\u00fcr Musikschulen zu \u00fcblicherweise genutzten R\u00e4umen allgemeinbildender Schulen gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu der VdM-Bundesvorsitzende,&nbsp;<strong>Ulrich Rademacher<\/strong>: \u201eTrotz eines enormen Digitalisierungs-Aufbruchs sind die Folgen dramatisch, die durch verpasste Chancen entstehen, im entscheidenden Zeitfenster nicht mit Musik infiziert zu werden. Gerade bildungsbenachteiligte Kinder, die ohne ein musikalisches famili\u00e4res Umfeld aufwachsen, finden ohne den Erstkontakt im Rahmen der Elementaren Musikerziehung kaum Anreize, ein Instrument spielen oder singen lernen zu wollen. Auch die Orientierungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr deren Eltern fehlen oft in Corona-Zeiten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Online-Unterricht sind noch immer nicht alle Musikschulen zufriedenstellend ger\u00fcstet. So verf\u00fcgt \u00fcber die H\u00e4lfte der Musikschulgeb\u00e4ude gar nicht oder nur zum Teil \u00fcber stabile LAN- oder WLAN-Verbindungen. Auch fehlen oftmals dienstliche digitale Endger\u00e4te f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einnahmeausf\u00e4lle infolge von COVID 19 belaufen sich durchschnittlich auf rund 67.000 Euro pro Musikschule durch Geb\u00fchrenr\u00fcckerstattungen, Einnahmeausf\u00e4lle von Kooperationspartnern, Veranstaltungen und entgangenen Projektf\u00f6rdermitteln. Kompensiert wurde dies zumeist durch die jeweilige Kommune als Tr\u00e4ger der Musikschule. Auch Hilfsprogramme der L\u00e4nder wurden vielfach genutzt, die jedoch nicht immer als hilfreich bewertet wurden. Mittel des Bundes konnten von vielen Schulen gar nicht erst beantragt werden, da hier kaum ein F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Musikschulen anwendbar war und lediglich \u201eKurzarbeit\u201c in Frage kam: Fast 33 Prozent der Musikschulen nahmen die M\u00f6glichkeit von \u201eKurzarbeit\u201c f\u00fcr Mitarbeiter in Anspruch.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu sind pandemiebedingte Mehrausgaben von durchschnittlich etwa 12.700 Euro pro Musikschulen gekommen, verteilt auf Sach-, Personal- und Digitalausgaben. Von m\u00f6glichen oder bereits sicheren Einschnitten bei den Zuwendungen der kommunalen Tr\u00e4ger und der L\u00e4nder berichten \u00fcber 30 Prozent der Musikschulen, jedoch auch von Erh\u00f6hungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Existenzgef\u00e4hrdend bewerten nur knapp 6 Prozent der Musikschulen die Auswirkungen der Corona-Pandemie f\u00fcr ihre Einrichtung, fast 60 Prozent sehen eine solche ultimative Situation nicht auf sie zukommen. F\u00fcr einzelne Lehrkr\u00e4fte seien die Auswirkungen jedoch zu einem \u00fcberwiegenden Anteil ganz oder zumindest teilweise existenzgef\u00e4hrdend. Unter den Musikschulen, die Honorarkr\u00e4fte besch\u00e4ftigen, erkl\u00e4rten 21 Prozent, das Honorar sei trotz Unterrichtsausfall weiter gezahlt worden, bei weiteren 21 Prozent wurde es zumindest teilweise gezahlt, aber in fast 33 Prozent der F\u00e4lle blieb das Honorar aus. Viele geben hier an, dass keine Honorarkr\u00e4fte besch\u00e4ftigt werden: Corona hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse sind.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs wird einer gemeinsamen Anstrengung von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen bed\u00fcrfen, Struktur und Angebote der Musikschulen angesichts der f\u00fcr die Post-Corona-Zeit zu erwartenden Haushalts-Engp\u00e4sse zu sichern\u201c, betont Ulrich Rademacher.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der VdM ist der Fach- und Tr\u00e4gerverband der rund 930 \u00f6ffentlichen, zumeist kommunalen Musikschulen, in denen an bundesweit 4.000 Standorten \u00fcber 1,4 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene von mehr als 39.000 Fachlehrkr\u00e4ften im gesamten Spektrum des Musizierens unterrichtet werden. Er engagiert sich als Fachpartner f\u00fcr die bundesweite Entwicklung und Umsetzung musikalischer Jugend- und Erwachsenbildung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit der \u00f6ffentlichen Musikschulen Bonn, 20. Mai 2021.&nbsp;Welche Folgen der Corona-Pandemie sind f\u00fcr die Arbeit der Musikschulen sichtbar und zu erwarten? Hierzu hat der Verband deutscher Musikschulen (VdM) im Fr\u00fchjahr 2021 seine Mitglieder befragt. 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